Anleitung des Monats: Handschuhe Insellehrerin
Die Insellehrerin Alma Dörring hat 27 Jahre lang an vier Leuchttürmen gearbeitet. Gotska Sandön, Stora Karlsö, Östergarnsholm und Valar-Burgsvik. Aus dem, was über sie geschrieben wurde, geht hervor, dass sie wirklich mit Leib und Seele Lehrerin war. Ich wollte so gern ihre Geschichte erzählen und ihr ein Paar warme und hübsche Handschuhe geben. Handschuhe für den Spaziergang von der Kapelle zum Leuchtturm, für Reisen zwischen den Leuchttürmen und von Storlien mit der S/S Polhem mit vereister Takelage nach Hause. Ein Paar warme Handschuhe für die Insellehrerin aus glänzender, warmer Gotlandwolle.
60 M mit HF und Nadel 3 mm anschlagen. Die M auf 4 Nadeln verteilen – 15 M pro Nadel. Einen lettischen Flechtzopf (s. S. 8) in den Musterfarbenstr. Dann 1 Rd mit HF.
1 Rd im Muster laut Hauptstrickschrift str, dann bis inklusive Rd 6. Genauso wie vorher noch einen lettischen Zopf stricken.
1 Rd mit HF str. In der nächsten Rd im Muster laut Hauptstrickschrift str und den Daumenkeil beginnen, der nach 2 M am Anfang von Nadel 1 für den rechten Handschuh gestrickt wird und für den linken 3 M vor Ende von Nadel 4 (die letzte M auf der 4. Nadel liegt mitten am Rand, daher der Unterschied). In der 1. Rd zum Zunehmen 1 U in der Farbe laut Strickschrift Daumenkeil str. Den U in der nächsten Rd re verschr str.
DAUMENKEIL
Den Daumenkeil laut Muster der Strickschrift Daumenkeil stricken. Wenn er fertig ist, die 21 M des Daumenkeils stilllegen.
OBERER TEIL
Weiter im Muster laut Hauptstrickschrift str, Rd 7 und 8 str, dann noch 2 weitere Musterwiederholungen
in der Höhe. Der restliche Handschuhe wird bis zur gewünschten Länge nur noch gestreift gestrickt, laut Rd 1-5 der Hauptstrickschrift, und zwar bis er den kleinen Finger bedeckt oder 7 cm ab dem Daumenkeil. Dann wie folgt Abnahmen str: Die letzte M auf Nadel 2, bzw. 4 mit MF 1 str, sodass beidseitig eine Seitenmasche entsteht, neben der abgenommen wird. Alle Abnahmen werden mit HF gestrickt.
Nadel 1 und 3: ssk mit HF, weiter im Muster str.
Nadel 2 und 4: Bis zu den letzten 3 M str, 2 M re zus mit HF, 1 M re mit MF 1.
So abnehmen, bis insgesamt 8 + 8 M übrig sind. MF 1 abschneiden und 1 Rd mit HF str, dabei die seitlichen M mit MF mit der M davor re zus str = 7 + 7 M. Im Maschenstich mit HF schließen (s. S. 9).
DAUMEN
3 M am Daumen aufnehmen = 24 M. Den Daumen weiter im Muster str, die neuen M ins Muster integrieren.
Wenn der Daumen ungefähr den halben Daumennagel bedeckt, wie folgt abnehmen: MF abschneiden. Der restliche Daumen wird mit HF gestrickt. 1 M re, 2 M re verschr zus, bis RdEnde wdh = 16 M. In der nächsten Rd 2 M re verschr zus, bis RdEnde wdh = 8 M. Den Faden abschneiden und ca. 30 cm stehen lassen, mit einer Stopfnadel zwei Mal durch die M ziehen, vorsichtig zusammenziehen und auf der Innenseite vernähen.
Den zweiten Daumen str, daran denken, den Daumenkeil und Daumen an der anderen Seite einzustricken.
AUSARBEITEN
Fäden vernähen, vorsichtig mit Wollwaschmittel waschen. Die Handschuhe in Form ziehen oder auf einem Handschuhspanner trocknen lassen.
LETTISCHER FLECHTZOPF (von S. 8)
Dieses Schmuckelement wird meist lettischer Flechtzopf genannt, aber es gibt ihn auch in anderen
Stricktraditionen. Der Flechtzopf kann sowohl ein fester Rand an einem Kleidungsstück sein oder ein trennendes Schmuckelement, wie bei den Handschuhen Insellehrerin.
Fb1 = Farbe 1 (evtl. HF), Fb2 = Farbe 2 (evtl.MF).
Rd 1: 1 M re mit Fb1 und 1 M re mit Fb2 – bis RdEnde wdh.
Rd 2: Mit den Fäden vor der Arbeit.
*1 M li mit Fb1, 1 M li mit Fb2* die Fäden übereinanderlegen – bis RdEnde wdh. Beim Farbwechsel also immer den Faden für die nächste M über den Faden, mit dem gerade gestrickt wurde, legen.
Rd 3: Mit den Fäden vor der Arbeit. *1 M li mit Fb1, 1 M li mit Fb2*, die Fäden untereinanderlegen – bis RdEnde wdh. Beim Farbwechsel also immer den Faden für die nächste M unter den Faden, mit dem gerade gestrickt wurde, legen.
Soll sich der Flechtzopf am zweiten Handschuh in die andere Richtung drehen, vertauscht man einfach Runde 2 und 3. Die Fäden verdrehen sich in Runde 2 und 3 sehr stark, aber das löst sich in der nächsten Runde wieder.
MASCHENSTICH (von S. 9)
Meine Lieblingsmethode, einen Loop oder zwei Strickstücke zusammenzufügen, ist der genähte oder gestrickte Maschenstich. Bei meinen Strickstücken will ich so wenige klassische Nähte wie möglich. Strumpf- und Handschuhspitzen sowie Armlöcher näht oder strickt man am besten im Maschenstich zusammen. Und bei einem Loop den gesamten Schal! Es kann ein bisschen fummelig sein, aber es lohnt sich wirklich. Der Maschenstich bildet eine unsichtbare Naht, die elastisch bleibt. Bei einem Loop und Armlöchern macht
GESTRICKTER MASCHENSTICH
1. (Mit einer Nadelspielnadel und einem Wollrest) die erste Masche auf der vorderen Nadel, näher an Ihnen, rechts stricken. Den Faden durchziehen, aber die Masche auf der Nadel lassen.
2. Die erste Masche der hinteren Nadel links stricken. Den Faden durchziehen, aber die Masche
auf der Nadel lassen.
3. Die erste Masche der vorderen Nadel links stricken. Masche von der Nadel fallen lassen, den Faden durchziehen und etwas anziehen.
4. Die erste Masche auf der vorderen Nadel rechts stricken, und auf der Nadel lassen. Den Faden durchziehen und etwas anziehen.
5. Die erste Masche der hinteren Nadel rechts stricken. Masche von der Nadel fallen lassen, den Faden durchziehen und etwas anziehen.
6. Die erste Masche auf der hinteren Nadel links stricken und auf der Nadel lassen. Den Faden durchziehen und etwas anziehen. Schritte 3–6 wiederholen, bis noch 2 Maschen übrig sind. Jetzt die Masche der vorderen Nadel links stricken, von der Nadel gleiten lassen und den Faden durchziehen. Dann die letzte Masche auf der hinteren Nadel rechts stricken, von der Nadel gleiten lassen, Faden durchziehen. Den Faden auf die linke Seite durchziehen und vernähen.
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